Aus unserer Studienzeit an der Karl-Marx-Universität Leipzig, der heutigen Alma mater Lipsiensis:
Dreimonatige Beschäftigung mit Diplomthema war Prophylaxe gegen Alzheimer!
Das Diplomthema war plötzlich nicht mehr up to date, obwohl ich mich damit schon drei Monate intensiv beschäftigt hatte. Na ja, vielleicht war es Prophylaxe gegen die gefürchtete und weit verbreitete Alzheimer Krankheit?
Die Zeitung unterstützte uns nicht mehr, wir und nahezu alle anderen Kommilitoninnen und Kommilitonen schmissen wendebedingt 1990, leider ohne das Diplom bekommen zu haben, das Handtuch ...
Gern erinnere ich mich noch an die Seminare, die überwiegend in Berlin in einem Gebäude in der Wallstraße stattfanden, zwei U-Bahn-Stationen vom Alexanderplatz entfernt, in der Nähe der Leipziger Straße.
Kaufte dort zumeist Südfrüchte, die bei uns zu Hause damals nur äußerst selten in den Geschäften zu bekommen waren.
Das hin und wieder verzehrte Gericht für Kalorienbewusste "Eisbein mit Erbsenpüree und Sauerkraut" in der nahegelegenen Gaststätte "Spitteleck" hinterließ bei mir auch einen guten und nachhaltigen Eindruck.
Bei unser aller Gehirne vermuten die Forscher noch beträchliche Reserven!
Besonders gerne hatte ich das Studienfach Psychologie. Der Dozent, ein Doktor, war wirklich eine Kapazität auf diesem Gebiet. Er hielt sogar Vorlesungen bei den Medizinern, wie er uns erzählte.
Mich jedenfalls hat der immer tief beeindruckt und tatsächlich moralisch wieder aufgerichtet. Bis dato war ich quasi am Boden zerstört.
Bei den regelmäßig auftretenden Reflexionen über die zu geringe Größe und den bedenklichen Zustand meines Gehirns spitzte sich dies bei mir gemütsmäßig hin und wieder noch zu.
Es ist fast nicht zu glauben, aber ich hatte mir ernsthaft eingeredet, dass bei mir Hopfen und Malz verloren sei, war deswegen damals total deprimiert.
Dies änderte sich aber dann, als ein bis heute und bestimmt auch noch weit in die Zukunft hinein anhaltender Verdienst dieses Doktors, schlagartig.
In einer seiner Vorlesungen, die in Leipzig stattfanden und sich gleichzeitig stets vor allem durch eine große Wissensfülle, Locker- und Interessantheit auszeichneten, ging bei mir plötzlich die Sonne auf.
Der so genannte Aha-Effekt setzte ein. Zugegeben, so eine Erleuchtung kommt bei mir nicht ständig vor, eher selten, aber dies war für mich derzeit im Grunde genommen ein Schlüsselerlebnis.
Herein kam der Psychologie-Doktor in den Hörsaal mit einem gewöhnlichen Ziegelstein und legte den vorne auf sein Pult. Dann begann er mit seinen Ausführungen, meinte, wir sollten uns vorstellen, dass der Ziegelstein unser Gehirn sei.
Da dachte ich im ersten Moment, der Doktor sei völlig durchgedreht, ist verrückt geworden, wollte schon medizinische Hilfe holen, zum Glück waren Mediziner gleich an der Uni, um am Ende nicht womöglich noch gar bannigen Ärger wegen unterlassener Hilfeleistung zu kriegen, denn man kann ja nie wissen ...
Wenige Augenblicke später legte er richtig los und versuchte uns glaubhaft zu machen, dass die Wissenschaftler im Verlaufe ihrer langjährigen Forschungen am menschlichen Gehirn herausgefunden hätten, dass angeblich bei jedem Menschen das Gehirn nur zu höchstens 8 bis 10 Prozent ausgelastet sei, also bei jedem noch mindestens 90 Prozent mehr Denkleistung möglich ist.
Seitdem schöpfe ich Hoffnung und werde nie mehr weder denken noch behaupten, dass bei irgend einem meiner Mitmenschen Hopfen und Malz verloren sei.
Fortsetzung auf www.eckart-kreitlow.de/Aus meiner Vita.htm"!
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